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Elisabethenstraße 16, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Das Hessen-Homburgische Parlament, Bad Homburg v. d. Höhe

Am 12. April 1849 eröffnete der Landgräfliche Dirigierende Geheime Rat Christian Bansa an diesem Ort die erste Sitzung des hessen-homburgischen Landtags. Landgraf Gustav (1781–1848) hatte im Juli 1848 ein Wahlgesetz erlassen, auf dessen Grundlage einen knappen Monat später Wahlen zu einem konstituierenden Landtag stattfanden. 13 Abgeordnete wurden gewählt, sechs im Amt Homburg und sieben im Oberamt Meisenheim am Glan.

Geschichte

Am 11. April 1849 trat der konstituierende Landtag zum ersten Mal zusammen. Weitere Sitzungen folgten bis zum 11. Mai und dann erneut im November und Dezember. Man beriet über den 1848 veröffentlichten Entwurf für eine Verfassung, über ein neues Wahlgesetz, eine Gemeindeordnung und eine Geschäftsordnung für den für 1850 vorgesehenen ordentlichen Landtag.
Für die Sitzungen des Landtags hatte Landgraf Ferdinand im Februar 1849 ein Gebäude in der Elisabethenstraße 16 bereitgestellt. Die Amts-Armen-Kommission hatte das Grundstück, das von der Elisabethenstraße bis zur Promenade reicht, 1845 erworben, um in einem großen Nebengebäude ein Krankenhaus einzurichten. Dort sollte auch das Waisenhaus neue Räumlichkeiten bekommen.
Nun wurde zunächst im 1. Obergeschoss ein großer Saal für die öffentlich stattfindenden Sitzungen des konstituierenden Landtags eingerichtet. Dafür unterteilte man den Raum durch ein Geländer, um Platz für das Publikum zu schaffen.
Mit der Sitzung vom 15. Dezember 1849 endete die Periode des konstituierenden Landtags. Zwar fanden im September 1850 noch Wahlen zum ordentlichen Landtag statt, doch dieser wurde von Landgraf Ferdinand nicht mehr einberufen. Im April 1852 erklärte er auch die 1848 eingeführte Verfassung der Landgrafschaft für aufgehoben.

Die Räumlichkeiten, in denen das Parlament getagt hatte, wurden indessen – wie ursprünglich vorgesehen – zu Krankensälen umgebaut, sodass 1851 das Krankenhaus eröffnet werden konnte.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts das neue Krankenhaus an der Urseler Straße erbaut wurde, war im alten Gebäude an der Promenade kurzzeitig das städtische Meldeamt untergebracht. In den 1920er Jahren richtete man dort die Städtische Berufsschule ein. Nach der Errichtung des Neubaus der späteren Georg-Kerschensteiner-Schule an der Urseler Straße (1955–57) wurden alle Gebäude auf dem großen Grundstück abgebrochen und machten der heutigen Bebauung Platz.

Dr. Astrid Krüger

Fassadenansicht von der Elisabethenstraße aus zur Zeit der Nutzung als Städtische Berufsschule (Foto. Stadtarchiv Bad Homburg) nach 1920
Für die Landtagswahl wurden die Stimmzettel wurden zunächst an die Bürger verteilt und am Wahltag im Sitzungszimmer des Gemeinderats in einer Wahlurne gesammelt. Die Auszählung erfolgte am 25. September 1850. (Foto: Stadtarchiv Bad Homburg)
Planzeichnung: Ansicht des Hinterbaus der Elisabethenstraße 16, in dem 1849 das Hessen-Homburgische Parlament tagte. (Foto: Stadtarchiv Bad Homburg)