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Louisenstraße, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Rathaus, Bad Homburg v. d. Höhe

Das Alte Rathaus der Stadt Bad Homburg wurde vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts, nach der Verleihung des Stadtrechtes, erbaut. Im 19. Jahrhundert musste das Rathaus aufgrund seiner Baufälligkeit abgetragen werden. Nur der Rathaus­turm blieb bestehen und ragt bis heute neben dem Weißen Turm als Wahrzeichen der Stadt hervor. Er war seinerzeit ein Wartturm und bot der Stadt Schutz und Wehr.

Geschichte

Heute bringen Bürgerinnen und Bürger im Rathaus ihre Anliegen, die Verwaltung bereitet Entscheidungen vor, der Magistrat der Stadt sowie Ausschüsse tagen und kommunale Politik wird gestaltet.

Der Standort am heutigen Rathausplatz blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Doch vor dem Bau lag dort einst eine der bekanntesten Baulücken der Region.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich hier eine repräsentative Villa, errichtet in den Jahren 1916/17 nach Plänen des Architekten Ph. Hufnagel für den Ingenieur Walter Kohl. Das großzügige Grundstück reichte von der damaligen Kaiser-Wilhelm-Straße – der heutigen Bahnhofstraße – bis zur Ferdinandstraße. Hinter der Villa lag der „Alte Bahnhof“, später Sitz eines Zollamtes. Die Umgebung war geprägt von städtischem Leben, mit Straßenbahnanschluss und der nahegelegenen Louisenstraße als zentraler Geschäftsachse.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich die Nutzung: Die Villa wurde zu einem Mehrparteienhaus, das Grundstück wechselte mehrfach den Besitzer. Anfang der 1970er Jahre begann schließlich eine Phase tiefgreifender Umbrüche. Im Zuge ambitionierter Neubaupläne wurden sämtliche Gebäude des Quartiers abgerissen. Geplant war ein Hochhauskomplex, doch rechtliche Auseinandersetzungen verhinderten die Umsetzung. Zurück blieb eine riesige Baugrube, die sich mit Wasser füllte und im Volksmund als „Elefantenklo“ bekannt wurde – ein Symbol des Stillstands mitten in der Stadt.

Erst Ende der 1970er Jahre gelang eine Neuausrichtung: Ein deutlich kleiner dimensioniertes Bauprojekt wurde genehmigt. Nach zweijähriger Bauzeit entstand ein modernes Büro- und Geschäftshaus, das im Dezember 1981 eröffnet wurde. Im Erdgeschoss zog eine Ladenpassage ein, während die oberen Etagen als Büroflächen dienten.

In unmittelbarer Nachbarschaft ergänzt das Technische Rathaus in der Bahnhofstraße, ein Bau aus dem Jahr 1953, das Ensemble. Es wurde ursprünglich für die Bundesschuldenverwaltung errichtet und später von der Stadt übernommen und denkmalgerecht saniert. Heute sind dort wichtige technische Fachbereiche untergebracht.

Mit dem Erwerb des Grundstückes des heutigen Rathauses durch die Stadt im Jahr 1993 begann ein neues Kapitel. 1996 zog die Stadtverwaltung hier ein und eröffnete das Gebäude als Rathaus. Seither ist es das administrative Herz von Bad Homburg – ein funktionaler Zweckbau, der durch seine zentrale Lage und offene Struktur den Zugang zur Verwaltung erleichtert. Die Ladengalerie im Erdgeschoss verbindet städtisches Leben mit kommunaler Arbeit und macht das Rathaus zu einem lebendigen Ort im Alltag der Bürgerinnen und Bürger.

Marc Kolbe

Rathaus am Alten Bahnhof, 1995 (Foto: Jochen Reichwein)
Die wassergefüllte Baustelle des neuen Rathauses, auch „Elefantenklo" genannt, 1995 (Foto: Kreisarchiv)
Rathaus, 1734 (Foto: Prospect der Hochfürstlichen Residenz Statt Homburg)