Hans-Böckler-Straße 1, 61267 Neu-Anspach
Bürgerhaus und Walter-Lübcke-Platz, Neu-Anspach
Das Bürgerhaus und der Walter-Lübcke-Platz bilden das Herzstück der „Neuen Mitte" von Neu-Anspach. Das 1981 eröffnete Bürgerhaus ist seit Jahrzehnten ein zentraler Ort der Begegnung, Kultur und Gemeinschaft – offen für alle Bürgerinnen und Bürger. Der vorgelagerte Platz, 2022 nach dem ermordeten Politiker und Demokraten Walter Lübcke benannt, ergänzt dieses Ensemble als lebendiger öffentlicher Raum für Märkte, Veranstaltungen und demokratisches Engagement.
Geschichte
Das Bürgerhaus
Das Bürgerhaus gehört zum Gebiet „Neue Mitte“ und ist seit vielen Jahren ein zentraler Treffpunkt in Neu-Anspach. Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde es am 21. August 1981 feierlich eröffnet – unter großer Beteiligung der Bevölkerung und in Anwesenheit des damaligen hessischen Innenministers Ekkehard Gries. Schon bei der Einweihung wurde der Wunsch geäußert, dass das Gebäude zu einem Ort der Begegnung und des gemeinschaftlichen Lebens für alle Bürgerinnen und Bürger werden solle. Dieses Ziel wurde erreicht.
Als erster Bauabschnitt des geplanten Stadtzentrums nahm das Bürgerhaus eine wichtige Rolle in der Entwicklung der „Neuen Mitte“ ein. Rund um den bereits angelegten Marktplatz sollten weitere zentrale Einrichtungen entstehen, darunter das Rathaus (2013 neu errichtet), ein Einkaufszentrum und zwei Kirchen. Anfangs lag das Bürgerhaus noch etwas abseits in einem Neubaugebiet, befand sich jedoch genau im geografischen Mittelpunkt der damaligen Ortsteile Anspach, Rod am Berg, Hausen-Arnsbach und Westerfeld.
Von Beginn an wurde das Bürgerhaus als vielseitiger Veranstaltungsort geplant. Es bietet einen großen Saal, ein Foyer, Nebenräume sowie gastronomische Angebote. Hier finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt – von kulturellen Events und Konzerten über politische Sitzungen bis hin zu Vereins- und Familienfeiern.
Die Nutzung des Bürgerhauses ist klar geregelt: Es steht politischen Parteien, Vereinen und Initiativen sowie der kulturellen, sozialen und Bildungsarbeit offen. Gruppen, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten, sind jedoch von der Nutzung ausgeschlossen.
Heute ist das Bürgerhaus ein lebendiger Ort des Austauschs und der Gemeinschaft. Der große Saal bietet Platz für mehrere hundert Gäste und wird regelmäßig für Konzerte, Theateraufführungen und Informationsveranstaltungen genutzt. Ergänzt wird das Angebot durch kleinere Räume im Untergeschoss, die sich für Sitzungen und Proben eignen. Auch ein Restaurant, ein Catering-Service und eine Kegelbahn gehören zum Gebäude. Zudem ist das Bürgerhaus barrierefrei zugänglich und steht damit allen Menschen offen.
Walter-Lübcke-Platz in Neu Anspach
Vor dem Bürgerhaus befindet sich der Walter-Lübcke-Platz in der „Neuen Mitte“ von Neu-Anspach. Er steht als multifunktional nutzbare Freifläche zur Verfügung.
Städtebauliches Ziel war, das Umfeld von Bürgerhaus (das 1981 entstand), Kirche, Einkaufszentrum (das Feldberg-Center) und den öffentlichen Raum stärker zu vernetzen.
Der Platz geht nicht auf ein historisches Dorfzentrum zurück, sondern ist Teil einer neueren Gestaltung des Stadtzentrums von Neu-Anspach, mit dem Ziel, einen öffentlichen Treffpunkt und urbaneren Raum zu schaffen.
Im August 2020 wurde der Platz durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung auf den Namen `Walter-Lübcke-Platz‘ benannt. Walter Lübcke war hessischer Politiker, der sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, für Humanität und Zusammenhalt einsetzte. Er war von 1999 bis 2009 Abgeordneter (CDU) des Hessischen Landtags und von 2009 bis zu seinem Tod Regierungspräsident im Regierungsbezirk Kassel. Am 1. Juni 2019 wurde auf Walter Lübcke auf der Terrasse vor seinem Wohnhaus in Wolfhagen ein rechtsextremistisches Attentat verübt. Am 2. Juni erlag er seinen Verletzungen.
Mit der Namensgebung erinnert Neu Anspach an sein Wirke, seine Verdienste und seinen Einsatz für demokratische Werte, Humanität und Solidarität. Zeitgleich setzt die Stadt ein Zeichen gegen politische Gewalt und Rechtsextremismus.
Die offizielle Einweihung fand am 16. September 2022 statt. Zu diesem Anlass kam Frau Landtagspräsidentin Astrid Wallmann nach Neu-Anspach, ebenfalls mit dabei waren der damalige Bürgermeister Thomas Pauli und der Landtagsabgeordnete und Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino.
Der Platz dient, wie von der Stadt geplant, nicht nur als Verkehrs- oder Einkaufsfläche, sondern als Raum der Begegnung, der Beteiligung und Öffentlichkeit. Als Marktplatz können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neu-Anspach sich samstags mit frischen Lebensmitteln aus der Region versorgen. Er bietet zudem Raum als Veranstaltungs- und Treffpunkt – etwa zur 750-Jahr-Feier von Anspach und Westerfeld. Er wird auch als Ort für Aktionen wie Kundgebungen genutzt. So diente er bereits mehrfach als Ort für Kundgebungen „Für Vielfalt, Freiheit, Demokratie“. In der Freiraumplanung wird der Platz explizit als „multifunktional nutzbare Freifläche für Veranstaltungen“ beschrieben.
Damit ist er aktiv im Stadtleben: nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich als Raum für Begegnung, Beteiligung, Aktion.
Heimat- und Geschichtsvereins Neu-Anspach e. V. & Anja Ernst