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Rathausplatz 1, 61440 Oberursel

Rathaus, Oberursel

Das Rathaus Oberursel vereint heute Alt- und Neubau unter einem Dach: 1976 fertiggestellt, entstand es als Antwort auf die Gebietsreform von 1972, die vier Verwaltungen und rund 38.000 Einwohner unter einem Dach zusammenführen musste. Das historische Rathaus am Marktplatz von 1659 sowie der Georg-Hieronymi-Saal stehen der Stadtgesellschaft bis heute als Veranstaltungsorte zur Verfügung. Mit der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung" Ende 2025 steht dem Rathausareal eine umfassende Revitalisierung bevor.

Geschichte

Oberursel hat heute zwei Rathausbauten. Das historische Rathausgebäude am Marktplatz von 1659, das aus Platzgründen 1932 verlassen wurde, und das heutige, 1976 fertig gestellte Rathaus am Rathausplatz 1. Dazwischen war die räumliche Situation immer wieder durch Umzüge und Hinzunahme von Außenstellen in für Verwaltungszwecke umgewidmete Gebäude gekennzeichnet. Mit der Fertigstellung eines neuen Verwaltungsgebäudes im Jahr 1969 sollte die Raumnot nur kurzzeitig gelindert sein. Die weiteren Planungen zu einem größeren Kultur- und Verwaltungszentrum auf dem heutigen Rathausareal mussten aber mit der Gebietsreform zum 1. April 1972 neu konzeptioniert werden.

Nach der Eingemeindung der Stadtteile Stierstadt, Oberstedten und Weißkirchen war die Stadt Oberursel auf nahezu 38.000 Einwohner angewachsen. Vier Verwaltungen mussten nun zusammengelegt werden. Zunächst behielt man die bisherigen Rathäuser der Gemeinden als Teile einer dezentralen Verwaltung bei. 12 Verwaltungsstellen waren 1975 auf das Stadtgebiet verteilt untergebracht. 1974 hatte die Stadtverordnetenversammlung schließlich den Bau eines neuen Rathauses beschlossen. Die beauftragten Architekten der Firma Gehrmann Consult GmbH und Partner KG in Wiesbaden hatten nun die Aufgabe, zeitnah einen Neubau zwischen zwei bereits bestehenden von der Verwaltung als Rathaus genutzten Gebäuden zu planen und umzusetzen. Diese waren das 1902 als Höhere Töchterschule erbaute und ab 1932 als Rathaus genutzte Gebäude in der Oberhöchstadter Straße 7, in dem sich heute die Polizeistation befindet und von dem nur noch der Georg-Hieronymi-Saal (die frühere Aula, dann Sitzungszimmer der Stadtverordneten), städtisch genutzt wird, und das neue o. g. Verwaltungsgebäude von 1969.

Das Oberurseler Rathaus integriert heute Alt- und Neubau unter einem Dach. Im März 1975 war Baubeginn und das Richtfest feierte man am 18. Dezember 1975. Mit Einzug der einzelnen Verwaltungsstellen wurde das Rathaus Ende 1976 „in Betrieb“ genommen. Das Foyer können Vereine und Privatpersonen für Ausstellungen mieten. Auch der vorgelagerte Stadtverordnetensaal ist für Veranstaltungen durch die Öffentlichkeit nutzbar. Ebenso wird der Georg-Hieronymi-Saal als Veranstaltungsraum für kulturelle oder gesellschaftliche Zwecke genutzt.

Ende 2025 erhielt die Stadt Oberursel die Zusage zur Aufnahme des Bereichs „Oberursel Zentrum“ in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Hierbei wird auch die Weiterentwicklung des Rathausareals mit Revitalisierung des in die Jahre gekommenen Rathauses in den Blick genommen werden.

Sylvia Goldhammer

Das Lyzeum im Oberursel um 1920; ab 1932 als Standort des Rathauses verwendet (Foto: Kreisarchiv Hochtaunus)
Altes Rathaus Oberursel mit Kirche St. Ursula, 1969 (Foto: Kreisarchiv Hochtaunuskreis)
(Foto: Kreisarchiv Hochtaunuskreis)