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Großer Feldberg, 61389 Schmitten im Taunus

Großer Feldberg, Schmitten im Taunus

Der Große Feldberg im Taunus ist nicht nur die höchste Erhebung des Taunus, sondern auch ein Ort mit historischer Bedeutung für demokratische Entwicklungen. Er wurde schon früh zu einem wichtigen topografischen und ideellen Bezugspunkt für die Umgebung.

Geschichte

In der Zeit des Vormärz und im Zuge der Revolution von 1848 wurde der Große Feldberg zum Schauplatz wichtiger Ereignisse und zu einem Symbolort für das Streben nach Freiheit und Einheit:

1814 feierte hier eine große Menschenmenge unter Führung Ernst Moritz Arndts den Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht mit einem großen Freudenfeuer. Berge galten Anfang des 19. Jahrhunderts unter patriotisch denkenden Bürgern als ein Symbol für Freiheit und Einheit.

1844 wurde hier das erste Feldberg-Turnfest gefeiert – das älteste Bergturnfest im deutschsprachigen Raum, das heute noch jedes Jahr stattfindet. Die Turnbewegung verfolgte in erster Linie politische Ziele: die Befreiung von der französischen Besatzung, die Überwindung der feudalen Ordnung und die Gründung eines deutschen Nationalstaats.

Der Große Feldberg stand damit sinnbildlich für den Aufbruch in eine neue politische Zeit.

Nach dem Abzug der Entente-Mächte aus Königstein i. T. bot der Feldberg erneut Platz für die Befreiungsfeier nach dem Ersten Weltkrieg. In Anlehnung an das berühmte Bild „Lichtgebet“ des jugendbewegten Malers und Lebensreformers Fidus, wurde das Motiv vom Taunusklub, der sich 1868 auf dem Feldberg gründete, nachgestellt. Es zeigt einen Mann, der nackt auf einem Felsen steht und mit ausgebreiteten Armen auf den Taunus blickt. Das freizügige Bild war für den eigentlich sehr konservativen Taunusklub eher ungewöhnlich. Ambivalent wirkt es zudem auf den Charakter der Befreiungsfeier bezogen. Sie zelebrierte den Abzug der Entente-Mächte aus Königstein i. T. und demonstrierte damit eine nationalpatriotische Gesinnung – diese steht dem freigeistig-liberalen Motiv der Fotografie eher entgegen.

In den späteren Jahrzehnten blieb der Feldberg ein öffentlicher Ort der Begegnung. Wandervereine, gesellschaftliche Initiativen und viele weitere Besucherinnen und Besucher nutzen ihn bis heute für gemeinschaftliche Aktivitäten. Weiterhin ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen.

Tourismus- & Kulturverein Schmitten e.V. & Geschichtsverein Hochtaunus e.V.

Rast mehrerer Personen auf dem Brunhildisfelsen (Foto: Kreisarchiv Hochtaunuskreis)
Vogelperspektive des Feldbergplateaus mit den einst drei Gasthäusern um 1920 (Bild: Kreisarchiv Hochtaunuskreis)
Inszenierung eines Turners anlässlich der Befreiungsfeier auf dem Feldberg im Jahr 1930 (Foto: Kreisarchiv Hochtaunuskreis)